Leben in London
Björn
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Webseite: http://redbuses.co.uk
Beiträge von Björn
Speed awareness
24. Feb
The aim of this workshop is to enable drivers to gain a fuller understanding of why people drive above the speed limit and a better appreciation of the true consequences of speeding.
AA DriveTech, 58 Uxbridge Road, London, W5 2ST, 16.45 to 21.00
Tiger Loaf
23. Feb

Das ist ein Tiger Bread, ein mit Sesamoel zubereitetes einfaches Weissbrot aus recht schwerem, saftigem Hefeteig (ganz wie ich es mag). Die charakteristische Kruste wird durch das Bestreichen des Brotlaibs mit Reispaste vor dem Backen erreicht, die dem ganzen Brot auch ein typisches Aroma verleiht.
Erst kuerzlich hat die Supermarktkette Sainsbury’s ihr Tiger Bread in Giraffe Bread umbenannt: ein Kind hatte einen Brief an das Unternehmen geschrieben und nach dem Ursprung des Namens gefragt und ob es denn nicht besser Giraffenbrot heissen sollte, denn mit Tigerstreifen hat das Muster ja wirklich nicht viel gemeinsam….
Nach 30 Monaten auf der Insel ist dies nun mein erstes eigenes Tiger Bread. Boah.
Zimmersuche, Update
08. Jan
Nicht dass es etwas Neues gaebe.
Mein aktuelles Zimmer habe ich zum Monatsende gekuendigt, habe also noch locker drei Wochen Zeit etwas Neues zu finden
Problem dabei: von den angebotenen Zimmern in meiner Preisklasse sind maximal 10% wirklich annehmbar (damit meine ich einigermassen zeitgemaesse Einrichtung, eine als vorhanden zu bezeichnende Anbindung an den oeffentlichen Nahverkehr, mehr als nur ein einziges Badezimmer fuer 6 Leute und solche Spaesschen). Schreibe ich die Annoncierer an, bekomme ich keine Antwort. Irgendwas mache ich wohl falsch.
Dafuer bekomme ich auf meine Suchanzeige lauter Angebote, die mir nicht zusagen (Begruendung siehe oben).
Was man da alles zu sehen bekommt: Zimmer mit Doppelbetten quer im Raum mit dahinter stehender Couch, Dusche im Zimmer, Zimmer fuer £1200 pro Monat (dafuer kann man in manchen Gegenden ein ganzes Reihenhaus mieten), Haeuser, die seit mindestens 20 Jahren keine Renovierung mehr gesehen haben, “Box rooms”, in denen man allenfalls die Kleiderschranktueren oeffnen kann, fuer mehr ist kein Platz. Aber alles zu Preisen, fuer die man in Berlin problemlos eine 50qm-Wohnung mieten koennte.
Einen schicken Raum habe ich gefunden, weiter Richtung Norden, in South Woodford. Nicht gerade zentral, noch dazu in der naechsten Tarifzone, aber ein grosser und mit meinem jetzigen Zimmer vergleichbarer Raum unter dem Dach mit reichtlich Stauraum aber ohne Kleiderschrank mangels gerader Waende und natuerlich auch ohne eigenes Bad, aber das ist finanziell eh nicht in Reichweite. Der Vermieter ist nicht erreichbar, seine Voicemailbox voll, die Miete zwischen £50 und £100 ueber meinem Maximum. Dafuer mit 32″ Fernseher (unnoetiger Luxus) mit 500 SkyTV-Programmen inkl. Film- und internationalen Kanaelen. Nett, aber ebenfalls unnoetig, treibt nur die Miete hoch.
Gerade kam ein Angebot herein, das ganz gut klingt. Fehlende Bilder vom Raum sind leider an der Tagesordnung, verstehe ich nicht. Ich kann doch auch kein Auto verkaufen ohne Bilder. Oder was?
Wie waer’s mit der 22. Etage eines Hochhauses unmittelbar am Bahnhof Stratford? Hochhaus wollte ich immer schonmal, das fehlt mir noch in meiner Sammlung ungewoehnlicher Schlafstaetten. Der Preis stimmt einigermassen, vor allem unter Beruecksichtigung der superzentralen Lage.
Eine Bewerbung laeuft noch in Hackney, dort ist aber heute erster Besichtigungstermin fuer die Bewerber, die schneller waren als ich. Erst wenn da kein passender Mann dabei ist, bekomme ich (und vermutlich noch andere) eine zweite Chance. Einschraenkung: ich waere der einzige Mann unter drei Frauen…
Driving home for Christmas…
23. Dez
Well, driving is the wrong word, I’m actually travelling by coach and plane.
Aber erstmal zum Flughafen kommen!
Ich sitze gerade im Reisebus zum Luton Airport, was kein einfaches Unterfangen war. Mein Nachtbus in die City sollte um 2:56 abfahren. Als ich 6min früher die Haltestelle erreichte, legte er gerade ab. Ohne mich. Ich bin sicher, der Fahrer hat mich rennen sehen.
So habe ich dann meine erste Taxifahrt in London angetreten, das cab kam zufällig die Strasse entlang. Flag stop und die schwarze Londoner Ikone war meine. Jedenfalls dieses eine Exemplar der über 20.000. Mit steigendem Fahrpreis wurde ich mir immer sicherer, dass ich meine Fahrt bei passender Gelegenheit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fortsetzen würde. £25 nur bis zum östlichen Rand der Innenstadt waren mir jedenfalls genug. Gesagt, getan, am Tower of London ließ ich mich absetzen. Es ist kaum eine Erwähnung wert, daß der nächste Nachtbus bereits vorzeitig abgefahren war, so daß ich warten mußte, 20 Minuten. Umsteigen am Trafalgar Square, dann endlich Marble Arch. Ein Blick auf die Uhr: 4.08! Schockschwere Not, Abfahrtzeit des Reisebusses war für 4.09 angesetzt und siehe da, nach weniger als einer Minute kam er. Das war knapp!
Ich bin gespannt wie es weitergehen wird.
Zimmersuche, mal wieder
13. Dez
Nu isses raus: mein landlord will dicke Knete machen waehrend der Olympischen Spiele, die nur ab etwa 1km Luftlinie von hier stattfinden werden. Es ist ja nicht so, dass dies nun voellig ueberraschend kaeme (es war wenigstens zu befuerchten), aber die Enttaeuschung macht sich doch breit.
Waehrend der Spiele ist es offenbar realistisch moeglich, z.B. unser Haus, das derzeit etwa £2,200 Ueberschuss aus Mieten erwirtschaftet, zum drei- bis vierfachen Preis an z.B. Reporter, TV-Crews usw. zu vermieten. So ist das ganze zwar nachvollziehbar, aber moralisch doch arg bedenklich.
Was soll’s, Truebsalblasen fuehrt auch nicht zum Ziel, also muss ich mich mal wieder auf die Suche machen. Mein geliebtes East London wird wohl aufgrund exakt derselben Problematik unerschwinglich werden, es wird hier auch ohnehin fast nichts angeboten, seltsamerweise. Der noble Westen scheidet aus, bleiben noch die Himmelsrichtungen Norden und Sueden (alles unterhalb der Themse ist Sueden, egal ob West oder Ost). Ein Londoner zieht aber nie vom Norden der Stadt in den Sueden (und umgekehrt), das macht man einfach nicht. Aber bevor ich auf der Strasse stehe…
Naechstes Problem: meine Ansprueche. Ich wohne derzeit fuer hierzustadt auesserst guenstige £475 inkl. aller Nebenkosten in einem ausgebauten Dachgeschoss mit eigenem kleinen Bad, habe in der Drempelkammer Unmengen an Staumoeglichkeiten und auch sonst ist das Zimmer fuer hiesige Verhaeltnisse recht grosszuegig geschnitten und sehr hell dank Dachfenster auf der Nord- und normalem Fenster auf der Suedseite. Das Haus ist erst vor 2 Jahren renoviert worden, alles auf recht hohem Niveau. Die 4 Mitbewohner im Haus sind fast nie zu hoeren, man trifft sich 1x die Woche, oder auch 2x, morgens in der Kueche oder abends auf der Treppe, sehr angenehm. Auch draussen ist es totenstill des nachts, wenn nicht gerade die alkoholseligen Nachbarn zur linken ihrer Sucht im Garten nachgehen oder sich die jamaikanischen Nachbarn auf der anderen Seite die neuesten jamaikanischen Witze und Schwanks zubruellen. In 10 Minuten bin ich per Bus an der Central Line, die mich in oder durch die Londoner Innenstadt faehrt, zu Fuss in 12 Minuten am Bahnhof, von wo aus ich innerhalb von 10 Minuten in Liverpool Street Station bin oder per Bus in 10 Minuten in Stratford, von wo ich aus zwei Tube Linien, diversen Eisenbahnverbindungen, der Docklands Light Railway (DLR) oder der London Overground (S-Bahn) waehlen kann, von etwa 15 Buslinien mal ganz zu schweigen. Gleich dahinter ragt das neue Super-Einkaufszentrum Westfield auf. Ich mag die Gegend, sie wird aufgehuebscht fuer die Spiele, den Bewohnern scheint das ebenfalls zu gefallen.
Etwas Vergleichbares zu finden, ist beinahe unmoeglich. Noch dazu werden Umzuege hier nicht auf Wochen oder gar Monate im Voraus geplant, man kuendigt vielmehr seinen Mietvertrag und hat im besten Fall etwa 8 Wochen Zeit (laufender Monat + 1 Monat Kuendigungszeit). Angebotene Raeume sind aber in aller Regel sofort bezugsfertig oder aber in sehr naher Zukunft, so innerhalb von 1 bis 3 Wochen, fast nie darueber hinaus.
Ich haette Zeit bis Ende Juni 2012, mit Vorruecken des Kalenders gen Olympische Spiele duerfte es jedoch immer schwieriger werden etwas zu finden, daher werde ich vermutlich bereits zu Ende Februar kuendigen und muss bis dahin etwas gefunden haben. Wird schon werden, aber ich habe keine Lust auf die Abstriche. Was soll’s, das gehoert wohl dazu.
Achso, eine Wohnung kann man sich hier mit normalem Gehalt nicht leisten, unter etwa £700 bekommt man – wenn ueberhaupt – ein Rattenloch oder eine Wohnung im Keller, ohne Fenster oder mit Glueck mit einem kleinen Lichtschacht. So bleiben nur sogenannte flatshares oder houseshares, also WGs in Wohnungen oder Haeusern; wenn man ziemlich arm dran ist, kann man sich fuer etwa £50 pro Woche (Mieten werden hier eigtl. fast immer wochenweise angegeben und oft auch gezahlt) auch ein Zimmer mit einem Fremden teilen (roomshare). Ich glaube in einem solchen Fall wuerde selbst ich wieder nach Deutschland ziehen, und das will etwas heissen!