Leben in London
Android
Cloud Computing
06. Mrz
Boah, Modewort.
Oder: schicke Sache, das!
Hinter diesem etwas aufgeblähten Begriff versteckt sich nichts anderes als zentrale Datenspeicherung im Internet. Viele Leute kennen die Fotodienste wie Picasa oder Flickr, die haben den Anfang in Sachen Cloud gemacht. Später kam Google Docs hinzu, das ist sowas wie OpenOffice (das andere mag ich nicht erwähnen), das jedoch nicht auf dem Computer installiert wird, sondern als Flash-Anwendung im Browser ausgeführt wird. Damit lassen sich die bereits vorhandenen Dateien im Excel-/Word-Standardformat (Mist, jetzt habe ich es doch erwähnt) nach dem Hochladen einerseits verwalten, andererseits aber auch bearbeiten. Ein anderes Beispiel ist pixlr, eine online-Bildbearbeitung mit eigenem Bilderdienst a la Twitpic.
Das Schöne daran: ich kann diese Daten von jedem Computer mit Internetanschluß nutzen (ok, Flash-Anwendungen sind Besitzern von Apple-Produkten "leider" vorenthalten, selber Schuld), sie mit immer derselben Oberfläche bearbeiten und brauche mich um Sicherheitskopien nicht zu kümmern, darum sorgt sich der Anbieter des fast immer kostenlosen Dienstes.
Ich selber nutze nach und nach immer mehr derartige Dienste, die Verschiebung hin zu Onlinediensten geht fast automatisch vonstatten.
Einschub: mein Telefon ist natürlich kein normales Telefon mehr, sowas hat ja heute eh kaum jemand mehr. Es ist ein Smartphone, ein Google Nexus One, schon über ein Jahr alt, aber rüstig und selbst für mich noch immer alternativlos. Das ist selten für ein derart "altes" Gerät. Es läuft unter dem mittlerweile wohl bekannten und zahlenmäßig Apple's iPhone bereits überholten Betriebssystem Android, und zwar dank hervorragender Betreuung seitens Google seit einigen Tagen mit der aktuellsten Version für Mobiltelefone 2.3 "Gingerbread".
Das Cloud Computing macht nun am meisten Spaß und Sinn, wenn man es auf allen seinen Geräten nutzen kann. Das ist bei mir derzeit nur der PC (Betriebssystem Ubuntu Linux) und das Smartphone, in Kürze wird sich noch das Adam Tablet hinzugesellen, ebenfalls mit Android. Picasa z.B. ist fest in Android verankert (beides Google-Produkte), so daß ich mit nur einem Finger"klick" ein Foto in meiner Telefon-Bildergalerie in Picasa veröffentlichen kann. Umgekehrt werden – je nach Einstellung – die Fotos aus Picasa automatisch mit meiner Fotogalerie auf dem Telefon synchronisiert. Praktisch.
Schon seit ein paar Jahren gibt es IMAP-Emailserver, bei denen man seine Emails nicht "abholt" und auf dem Server löscht, sondern nur Verlinkungen zu den Emails herunterlädt und den Inhalt online (wie gewohnt im Emailprogramm) liest. Meistens werden 25, 50 oder 100 der aktuellsten Nachrichten auf den Computer kopiert, um auch offline damit arbeiten zu können. So kann ich mit jedem Gerät auf diese Emails zugreifen, von überall. Zusätzlich sind sie meistens auch noch per Browser zu erreichen, bestes Beispiel ist mal wieder Google mit Googlemail. Nutze ich
Eine letzte Sache, mit der ich regelmässig arbeite, ist catch.com, ein Notizbuch als Cloud-Anwendung. Ich schreibe mal auf dem Handy per entsprechender "App" (also einem Programm, einer Applikation) meine z.B. Einkaufsnotizen oder meine To-Do-Listen für meine beiden Kneipen, ich kann sie aber auch per Browser online bearbeiten oder erstellen. Alles wird automatisch miteinander synchronisiert, so daß immer auf allen Geräten die aktuellste Version vorhanden ist (Internetverbindung immer vorausgesetzt, klar, ohne funktioniert die Cloud nicht). Das ganze ließe sich weiterspinnen dergestalt, daß meine Auftraggeber Zugriff auf meine Notizen erhalten und selber dort schreiben können, was mich dann wieder automatisch erreichen würde.
Ich finde das alles enorm praktisch. Cloud Computing macht vor allem auch immer mehr Spaß, weil es immer tiefer vor allem in die mobilen Betriebssysteme integriert wird.
Von Adam und Eve
19. Dez
Nein, keine Angst, mit der Bibel habe ich auch zukünftig nichts am Hut. Wer in den letzten Tagen interessiert die "Fachpresse" hinsichtlich Tablet-Computer studiert hat, wird immer wieder eines genannt bekommen haben: Notionink Adam.

Während mindestens ein neuer tastaturloser Computer pro Woche neu auf den Markt kommt, wartet die Journaille auf einen aus dieser Gattung händeringend und geduldig, nämlich Adam. Notionink ist ein Startup-Unternehmen mit Sitz in Bengalore (Indien), gegründet vor etwa einem Jahr u.a. von Rohan Shravan. Dieser war es auch, der die Idee für Adam hatte: bereits während seines Studiums vor Firmengründung hatte er sich zum Ziel gesetzt, einen universellen Begleiter vor allem für Studenten zu erschaffen. Die Rahmenbedingungen wie Bildschirmgröße (10"), Kamera (schwenkbar!) und Gehäuseform standen schnell oder von vornherein fest, alles andere war variabel.
Auf der Suche nach einem bereits existenten Betriebssystem war der neue Stern am Firmament namens Android das kleinste aller Übel, so daß man sich daran machte, darauf basierend einen Prototypen zu entwickeln. Der bestand aus dem in seiner Grundform bereits feststehenden Gehäuse, einer Entwicklerversion eines Mainboards mit Tegra2-Prozessoreinheit und einem revolutionären Bildschirm von PixelQi, ihrerseits ebenfalls ein Standup-Unternehmen. Der PixelQi-Bildschirm bietet nämlich die Möglichkeit, dank einer tief in der LCD-Technik liegenden Spiegelschicht den Betrieb ohne Hintergrundbeleuchtung. Und nicht nur das: er funktioniert dadurch bei voller Sonneneinstrahlung bestens (wenn auch nur in Graustufen). Daß er dabei noch fast 90% Energie einspart, grenzt dann schon an ein Wunder. In dieser Betriebsart soll eine Batterielebensdauer von gut 20 Stunden bei ununterbrochener Videowiedergabe (höchste Prozessorlast) möglich sein und mehr. Ein Nachteil dieser Bildschirm-Bauform soll nicht verschwiegen werden: im Modus mit Hintergrundbeleuchtung verhält er sich zwar wie ein herkömmlicher LCD-Bildschirm, jedoch mit einer verringerten Farbanzahl (262.144 statt 16.7 Mio) und etwas reduziertem Farbkontrast.
Die Benutzeroberfläche sollte ebenfalls speziell sein. Einerseits muß sie angepaßt sein auf den monochromen Betriebsmodus des Bildschirms, die derzeit beliebten "glossy" 3D-Effekte waren hier alles andere als willkommen. Außerdem sollte ein schneller Zugriff auf alle laufenden Programme jederzeit möglich sein: Eden war geboren.

Hier sind sechs aktive Programme zu sehen: ein persönlicher Infoscreen, Browser, Emailprogramm, Ebook-Reader, Kalender und eine andere Browse-Anwendung. Der Pfeil rechts zeigt, daß weitere vorhanden sind. Nun legt man seinen Zeigefinger auf eines der Programme und zieht nach links oder rechts und die ganze Chose bewegt sich in did gewünschte Richtung. Links verschwinden die obersten Programme, rechts kommen weitere in Sicht. Die Reihenfolge der Seiten kann dabei durch drag-and-drop beliebig verändert werden. Ein Klick mit dem Finger auf eine der Seiten legt diese und die beiden rechts davon befindlichen als die nun auf der Hauptansicht angeordneten Programme fest, sie werden nun in gleicher Größe nebeneinander angezeiegt. Das wird in dem folgenden Video sehr schön anschaulich gemacht:
Nach diversen Pannen bei einer bereits möglichen Vorbestellung (mehrstündige Verspätung Nichtakzeptieren der indischen Bank von westlichen Zahlungsinstituten, hohe Stornogebühren, hohe Versandkosten von $50) wurde gemunkelt, Adam existiere gar nicht, weshalb für den gestrigen Tag dieses Video angekündigt worden war und – mit reichlich Verspätung – auch veröffentlicht wurde.
Für mich steht fest: ich möchte auch so ein Dings, ich habe im Notionink-Blog die Entstehung mitverfolgt und kommentiert und habe mich an der öffentlichen Ausschreibung für ein Firmenlogo beteiligt (wenn auch erfolglos). Die erste Charge ist bereits fast ausverkauft, aber es wird weitere geben, dessen bin ich mir sicher.
Achso, Eve: das ist der zweite Streich der Inder, was genau es sein wird, ist noch nicht bekannt geworden, es wird aber allgemein eine 7"-Variante von Adam angenommen, Vorstellung vermutlich rund um den April. Adam2 ist bereits in der Entwicklung, ich selbst gehe aber von einer Einführung nicht vor Januar 2012 aus, wenn es sich wirklich um eine Neuentwicklung handeln wird und nicht nur einen aufgepeppten Adam1.