Leben in London
Fernsehen
Inselkoller? Nix da!
24. Sep
Der zweite Jahrestag meines Umzugs nach England ist schon 5 Wochen her und verging sang- und klanglos, glaube ich jedenfalls. Der Tag hat sich zumindest nicht als besonders bemerkenswert in meiner Erinnerung eingenistet.
Zwei Jahre England und immer noch kein Heimweh. Echt! Das Leben hier verlaeuft so viel entspannter und leichter, dass ich keinerlei Beduerfnis habe, in mein Heimatland zurueckzukehren. Das werde ich jedoch voruebergehend ueber Weihnachten mal wieder besuchen, fast ein Jahr nach dem letzten Aufenthalt auf dem Festland.
Nein, Deutschland fehlt mir nicht, meine Familie habe ich auch zu Zeiten, als ich noch in Berlin lebte, nur zweimal im Jahr gesehen, das ist jetzt nicht viel anders. Auch sonst habe ich dank meiner Arbeitsstelle im deutschen Bierhaus mehr Kontakt zu Deutschen als mir eigentlich lieb ist, aber auch die englischen Bekannte werden mehr. Deutsches Fernsehen gibt’s dank der ARD- und ZDF-Mediatheken, VOXnow, Youtube usw. ausreichend, die bereits vor dem Umzug mit Spielfilmen gut gefuellte Festplatte kann noch immer mit mehr als 50% bislang ungesehenem Material aufwarten, die DVD-Sammlung beinhaltet zudem auch noch ein paar Schaetze.
Meinem in Berlin liebgewonnenen Hobby Umzug bin ich auch hier treu geblieben: die diversen Umzuege im und mit dem Wohnmobil nicht mitgerechnet, bin ich bereits viermal umgezogen, das letzte Mal ist erst ein paar Wochen her, bedeutete jedoch nur unzaehliges Treppensteigen, denn es spielte sich im Haus ab. Nun bewohne ich ein “en-suite”, in diesem Fall ein recht geraeumiger ausgebauter Dachboden (Loft!) mit eigenem Badezimmer, das ist schon seeehr nett. Dem Londoner Osten bleibe ich weiterhin treu, ich mag die Gegend.
Einige Aufgaben fuer die naechste Zeit haelt das Leben bereit, dazu gehoert der Verkauf von Willi (dem grossen Wohnmobil, mit dem ich hier nichts mehr anfangen kann, es ist zum Reisen auf der Insel einfach zu gross), die endgueltige Aufbereitung und der Verkauf meines letzten englischen Golf II GTI und der Verkauf der bloeden Eigentumswohnung in Berlin. Und das alles, wo ich mich so gern von Sachen trenne! Morgen wird Willi um den einen oder anderen Kram erleichtert, fuer den ich hier dank grosszuegigen Stauraums genuegend Platz habe.
Noch ein paar Updates gefaellig? Der Job macht nach wie vor Spass, ist immer noch sehr abwechslungsreich und bietet immer noch genuegend Stoff um meine Vollzeitstelle zu rechtfertigen. Und wie’s aussieht, wird sich das in naechster Zeit auch nicht aendern.
Ein Lebensgefaehrte ist noch immer nicht in Sicht. Das wird schon, hoffentlich. Mein Hund Pepe ist uebrigens wieder zurueck in Berlin und nervt sein neues Herrchen, mein Onkel, mit seinem Jagdtrieb und dem spanischen Dickschaedel. Ich vermisse ihn schon ziemlich, spontane Spaziergaenge ohne Hund wollen so gar keinen Sinn ergeben. Was soll’s, es geht eben nicht, damit muss ich mich abfindenm, will ich weiter in der grossen Stadt am Fluss leben. Und will ich das? Klares JA!
Das im letzten Eintrag angekuendigte Busfahren ist noch nicht realisiert, ich haette dank zahlreicher Besucher und anderweitig verplanter Wochenenden ohnehin keine Zeit dafuer gehabt. Und bevor ich das forciert nochmal angehe, muss ich erst die oben aufgefuehrten Verkaeufe ueber die Buehne bringen.
Dit jefällt ma!
31. Jan
Heute ist nämlich ein Stück moderne Technik in meinen Haushalt eingezogen: ein Blueray-Player. Nicht, daß ich etwa auch nur einen einzigen entsprechenden Datenträger aufweisen könnte…
Kurz ausgeholt: seit etwa 5 Jahren besitze ich eine Monitor-TV-Kombi von LG, mit der ich außerordentlich zufrieden bin. 16:9-Format, 22" Diagonale, 1680×1050 Pixel maximale Auflösung und jede Menge Signaleingänge: VGA, DVI, Composite, AV, Antenne. HDMI fehlt, doch dazu später mehr. Normalerweise nutze ich das Gerät als Fernseher, angeschlossen an DVD-Player oder Set-Top-Box für DVB-T ("freeview" hier in UK) oder in vergangener Zeit auch öfter über VGA-Kabel an einen Laptop angeschlossen zum Ansehen von Youtube-Videos (z.B. Tatort) oder Streaming-Videos von z.B. ARD (z.B. Tatort) oder britischen Sendern wie BBC oder ITV. Oben rechts prangt seit Anfang an ein Sticker "HD ready" und nun sollte das nicht mehr ganz junge Schätzchen mal zeigen, was alles in ihm steckt.
Mein 'alter' DVD-Player, ein Phillips, etwa 2 Jahre alt, für 35 Euro NEU bei MediaMarkt erstanden, half zwar über die Enttäuschung über einen meiner diversen Fehlkäufe hinweg: ein eigentlich recht hochwertiger DVD-Player von Panasonic, jedoch äußerst lethargisch und nicht immer unproblematisch mit DVDs. Der billige konnte fast alles besser, die Bildqualität ließ jedoch immer zu wünschen übrig, die analoge Signalübertragung aus VHS-Videozeiten, Scart, tat ihr Übriges. Das Abspielen von DiVX-Videos von CD-ROM funktionierte zudem auch nicht wie gewünscht, nämlich gar nicht.
DVD ist ja ohnehin out und allmählich veraltet, mit einem Blueray-Player hatte ich schon länger geliebäugelt, war jedoch nicht bereit, über 120 Pfund (x 1.2 = €) für sowas auszugeben. Heute gab's bei Argos (über den Laden schreibe ich demnächst mal etwas) für 89.99 den LG BD555, den habe ich mir schnell unter den Nagel gerissen. Beim Studieren der Packung nach dem Kauf stellte ich dann noch erfreut fest, daß auch ein USB-Anschluß vorhanden ist und als Signalausgänge stehen HDMI, Composite (Analogsignal nach Farben getrennt übertragen) und Analog zur Verfügung, als Tonausgänge analog über Cinch rot/weiß und digital, ebenfalls per Cinch (aber nur einer, schwarz), HDMI überträgt ja Ton ebenfalls.
Ja, HDMI…. dieser Anschluß fehlt für "Full HD 1080p", aber das kann mein Fernseher ohnehin nicht darstellen, dafür fehlen unverständlicherweise 30 Bildzeilen (und 240 Pixel horizontal). Aber als digitaler Bildeingang steht ja DVI zur Verfügung, für den Anschluß eines HDMI-Geräts hatte ich bereits kürzlich ein Adapterkabel bestellt, in weiser Voraussicht auf das irgendwann in mittlerer Zukunft hoffentlich hier mal eintreffende NotionInk Adam Tablet (es gibt erhebliche Bestell- und Lieferverzögerungen, auch dazu an anderer Stelle mal mehr).
Nach Verbinden des Players mit dem Fernseher war ich bereits einigermaßen, aber eben auch nur einigermaßen, angetan von der Bildqualität, vor allem die vorher nervenden Schatten und das leichte Flimmern an Kontrastsprüngen fehlte. Beim Abspielen einer DVD allerdings kam schnell die Ernüchterung, SO viel besser war die Qualität dann doch nicht. Aber: der Player hat ein ordentliches Setup, dort kann man auch die Bildauflösung einstellen. Bei HD1080p streikte der Fernseher, bei 1080i war alles perfekt, das Bild sofort erheblich schärfer, fast wie beim Anschluß als PC-Monitor. Großartig, auch dieselbe DVD ("The Terminal" mit Tom Hanks) wurde nun schön scharf wiedergegeben. Kein echtes HD, dafür muß dann doch noch eine Blueray-DVD her zum Testen.
Die USB-Funktion habe ich auch gleich getestet und war begeistert: abgesehen davon, daß das Gerät einige Sekunden benötigt, bis es vom Hauptverzeichnis der angeschlossenen externen 1TB-Harddisk in ein Unterverzeichnis wechselt, klappt alles andere hervorragend. Es kann eine Bilderschau eines Verzeichnisses darstellen, DiVX-Videos direkt von Festplatte abspielen und MP3-Dateien sollten ohnehin kein Problem sein. Probieren konnte ich das nur nicht, denn einen kleinen Wermutstropfen gibt's doch zu vermelden: HDMI überträgt wie erwähnt ein Tonsignal, damit kann DVI aber nichts anfangen, ergo bleibt der Fernseher beim Umschalten auf DVI-Eingangssignal stumm. Auch beim parallelen Anschluß des analogen Audiokabels ändert sich nichts daran, denn intern wird der Toneingang stummgeschaltet bei DVI-Verwendung (diese Schnittstelle ist eigentlich gedacht für die Ansteuerung eines TFT-Monitors bei verlustfreier digitalen Signalübertragung). Leider fehlt mir noch ein Audiokabel von Cinch auf Klinke, mit dem ich den Ton auf die kleine Sony-Microanlage umlegen könnte.
Alles in allem bin ich äußerst zufrieden mit meinem Kauf. Bleibt noch zu erwähnen, daß der Player wohl eine Spezialversion für Argos und zugehörige Marken der Kette (Homebase etc.) ist, im freien Handel ist es sonst nicht zu erhalten.