Leben in London
G-Modell
Das große G
13. Jan

W460, G wagon, Wolf… das alles sind Bezeichnungen für das Überauto. Naja, beinahe jedenfalls. Es geht um das G-Modell von Mercedes, heute G-Klasse genannt.
Entwickelt seit 1972, beflügelt wohl auch vom bereits seit 1968 auf dem Markt erfolgreichen Range Rover und mit nicht nur einem schielenden Auge auf den Einsatz bei Militärs rund um den Erdball, wird das Auto seit 1979 bei Steyr-Puch in Österreich gebaut. Es entsteht etwa 2500 mal jährlich weitgehend in Handarbeit, was wenigstens einen Teil des horrenden Neupreises erklärt.
Aus dem kantigen und anfangs recht erfolglosen spartanischen Geländewagen mit manuell zuschaltbarem Vorderachsantrieb und zwei mechanischen Differenzialsperren wurde in bislang 32 Jahren ein kantiger Lifestyle-Bolide mit allen technischen Finessen und AMG-Motoren mit fast 500 PS. Damit sind auch fast 2t Leergewicht flugs auf 100km/h gebracht. Der Allradantrieb ist seit 1991 mit Einführung der zivilen Variante W463 permanent, ABS ist seitdem serienmäßig, die Differenzialsperren lassen sich per Fingerklick auf eine oder mehrere der drei zuständigen Tasten zuschalten und das Armaturenbrett könnte so auch in der E-Klasse verbaut sein.
Wurde der Verkauf der Urversion W460 an Privatkunden mit Einführung des W463 auch eingestellt, so war der etwas modernisierte direkte Nachfolger W461 Kommunen, Armeen, Handwerkern und Förstern vorbehalten.
Erst 2009, zum 30. Geburtstag, führte Mercedes das Original als Edition.Pur30 wieder ein. Da war das alte Armaturenbrett wieder mit Schaltern und Heizungsreglern aus der alten Transporter-Baureihe, die Instrumente stammten nun aber aus dem aktuellen Sprinter. Der Allradantrieb ist jedoch wie in der Luxusvariante permanent und die Differenzialsperren ebenfalls elektronisch schaltbar, anders war das ABS wohl nicht realisierbar. War die Edition.Pur auch stückzahlmäßig limitiert, kann die Einfach-Baureihe nun wieder von jedermann erworben werden.
Warum nun dieser Exkurs? Ich will sowas haben! Das G-Modell fasziniert mich seit kurz nach seiner Einführung, war für mich aber immer unerreichbar. Und fährt man ein derartiges Vehikel sinnvollerweise mit Dieselmotor, wird einem dies in Deutschland mit utopischer Diesel-”Umweltsteuer” ordentlich vergällt. Ein Ausweg führt über das H-Kennzeichen, aber ganz frühe G sind rar und teuer.
Hier in England wurde das G-Modell nur bis 1995 angeboten und erst seit 2010 wieder. Stückzahlen sind jedoch dank reichlich inländischer und japanischer Konkurrenz sehr überschaubar, die aufgerufenen Preise allerdings auch, durch die Bank gut 25% weniger als in Deutschland.
Wenn ich auch nicht mal eben £5000 herumliegen habe fuer ein derzeit angebotenes 300GD-Modell von 1988, hätte ich dann zwar hubraum- und Motorunabhängige Kfz-Steuer von nur knapp £200 im Jahr zu bezahlen (gut 1000€ in Deutschland), dafür locken die Versicherungen mit Spartarifen ab £2000 für jemanden mit 1 schadenfreien Jahr und nur 1.5 Jahren im Land. Nein, danke…
Was soll ich auch damit? In London herumfahren? Sicher nicht. Die große Insel auch abseits großer und befestigter Straßen erkunden? JAAAAA! Naja, läuft ja nicht weg. Und erstmal müßten sowieso die ganzen Gölfe weg.