Leben in London
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Docklands Museum
02. Okt
Regenwetter sei ja optimale Bedingung für Museumsbesuche, hört man immer wieder. Unerwähnt bleibt dabei jedoch, wie man trockenen Fußes zum Museum gelangt. Das Docklands Museum zu besuchen, stand schon länger auf meinem Plan, heute regnete es, also ging ich los. 25 Minuten Fußmarsches später und bereits ziemlich naß erreichte ich den Bahnhof Stratford, die DLR brachte mich dann an den Ort des Geschehens.
Unter Docklands wird heute im allgemeinen das Konglomerat an Büro- und Wohnhäusern auf der Isle of Dogs verstanden, trifft aber im historischen Sinne nicht die Sache. Vielmehr rührt die Bezeichnung von den hier sowie westlich, südlich und östlich der (Halb-) Insel gelegenen Docks und zugehörigem sonstigem Gewerbe. Die vielen kleinen Überseehäfen und Docks entlang der Themse weiter flußaufwärts boten keinen Schutz gegen Eindringlinge und die Naturgewalten, so daß ab 1800 auf der Isle of Dogs neue und erheblich größere Docks mit modernen Lagerhäusern entstanden. Das erste war das North India Dock, gefolgt vom südlich davon liegenden South India Dock, erweitert um das weiter südlich liegende Millwall Dock. Um den aufkommenden und größer werdenden Dampfschiffen Platz zu gewähren, wurden ab 1850 die Royal Docks weiter östlich gebaut. Durch die Einführung von Überseecontainern in den 1960er Jahren verloren die Docks schnell an Bedeutung und verfielen nach und nach aufgrund von mangelnder Nutzung. Die meisten Hafenbecken existieren heute noch, im Zuge der Restrukturierung der Gegend wurden einige jedoch wenigstens teilweise zugeschüttet.
Dieses ganze Gebiet sowie die bis zum 2. Weltkrieg auf der Südseite der Themse gelegen weiteren Docks (Southwark, Wapping, Rotherhithe, Bermondsey) sind Umfang des Museums, das mit seinen Erzählungen in der Römerzeit beginnt und erst etwa im Jahr 2000 endet. Schade, daß ich schon um etwa 1200 ziemlich erschöpft und nicht mehr aufnahmefähig war, so daß ich die mich eigentlich am meisten interessierende Zeit ab etwa 1900 nur noch im Grobverfahren abgearbeitet und das Museum nach über 3 Stunden wieder verlassen habe. Schreit nach einer Fortsetzung.
Das Museum liegt an der nordwestlichen Ecke des West India Docks, DLR-Haltestelle West India Quays oder Jubilee Line in Canary Wharf verlassen. Der Eintritt ist kostenlos, das ganze ist sehr nett gemacht, aber man sollte definitiv Zeit mitbringen. Im Erdgeschoß gibt es ein großes Bistro mit für die Gegend typisch gehobenen Preisen, aber noch vertretbar.
[updated am 2.10.2010]
